ZIVI ade - Willkommen BUFDI

Nach Ende des Zivildienstes startet der Bundesfreiwilligendienst in den Westeifel Werken

Seit dem 01. Juli ist die Wehrpflicht abgeschafft und damit gibt es auch keinen Zivildienst mehr. Neu erfunden wurde der Bundesfreiwilligendienst, bei dem fortan sogenannten „Bufdi’s“ die früheren „Zivi’s" ersetzen sollen.

In den Westeifel Werken in Gerolstein beginnen in diesen Tagen die ersten Freiwilligen ihren Dienst.

Die letzten Tage des Zivildienstes sind gezählt. Sven Adolphy aus Oberbettingen ist definitiv der letzte Zivi in den Westeifel Werken in Gerolstein und wird am 30. September die Werkstatt verlassen.

„Ein Fußballkollege hatte mir viel Positives von der WEW erzählt und so habe ich mich dort gemeldet und bin auch gleich angekommen.“ erzählt Sven, der noch unter dem Zwang stand  zur Bundeswehr zu gehen, oder alternativ Zivildienst abzuleisten.

Trotz Pflicht und weil die Zeit bis zum Auslaufen des Zivildiensts einfach zu kurz war, hatte Sven sich sogar für eine 3-monatige Verlängerung entschieden.

Eingesetzt ist er in einer Montagegruppe und unterstützt geistig behinderte Menschen bei der Arbeit und hilft mehr noch bei der Betreuung und Pflege.

„Früher wurde in der Schule von anderen auf uns Schüler geachtet. Jetzt muss ich auf andere Acht geben.“  berichtet Sven und sagt weiter, dass er viel über den Umgang mit Behinderten gelernt hat und vor allem von der Herzlichkeit dieser Menschen angetan ist. Seine Entscheidung Zivi zu werden hat er nie bereut und würde es jederzeit noch mal so machen.

Am 01. August haben nun die ersten Bufdi’s ihren Dienst in der Werkstatt angetreten aber es dürften ruhig einige mehr sein, berichtet WEW Geschäftführer Ferdinand Niesen. „In den Spitzenjahren hatten wir mehr als 40 Zivildienstleistende und zusätzlich noch 20 Praktikanten.“ sagt er und zeigt sich dennoch gelassen, denn einen kommenden Betreuungsnotstand sieht Niesen nicht.  „Auch wenn die Zivi´s einen wirklich wertvollen Beitrag in der Arbeit geleistet haben, wurde es von uns als Ergänzung angesehen. Unsere grundlegende Betreuungsarbeit wird vom hauptamtlichen Fachpersonal erledigt und dafür gibt es einen landesweit vorgegeben Stellenschlüssel.“

Schade findet es Niesen trotzdem, denn die jungen Leute sind immer eine Bereicherung für ein Betreuerteam und die Zivi´s selbst haben viele Erfahrungen sammeln können, die Arbeitswelt kennengelernt und nicht selten den Weg in einen sozialen Beruf gefunden.

 

Aktuell gibt’s es seit Monatsbeginn acht Freiwillige an den Standorten  in Gerolstein, Hermesdorf und Weinsheim und damit nimmt die Werkstatt sogar einen Spitzenplatz ein, denn viele andere Einrichtungen haben noch gar keine Bewerbung vorliegen.

Sarah Harings aus Stadtkyll ist eine der ersten Bufdi’s und hat sich für die Regeldauer von

1 Jahr entschieden. „Eigentlich wollte ich zunächst ein Vorpraktikum für meinen späteren Berufsweg im sozialen Bereich machen. In der WEW habe ich dann vom Freiwilligendienst erfahren und mich dafür entschieden.“

Im Vergleich zum Zivildienst kann der Freiwilligendienst flexibler gestaltet werden und vor allem sind auch Frauen in gleicher Weise angesprochen und auch Ältere 40-, 50 oder 60 Jährige.

Es gibt ein Taschengeld je nach Einsatzstelle und Alter  — die Höchstgrenze liegt bei 375 Euro. Berufskleidung, Unterkunft und Verpflegung können gestellt werden oder sind Bestandteil des Taschengeldes. Die Beiträge für Renten-, Unfall-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung zahlt die Einsatzstelle und weiter besteht ein Anspruch auf 25 Fortbildungstage.

Die Regeldauer sind zwölf Monate. Man kann den Dienst aber auch auf sechs Monate verkürzen oder auf 18 Monate verlängern, maximal möglich sind 24 Monate Dienstdauer. Menschen, die älter als 27 Jahre sind, können auch in Teilzeit (mindestens 20 Stunden pro Woche) tätig werden.

Stellen für Bufdi’s gibt es im Verbund der Lebenshilfen Daun, Bitburg und Prüm nicht nur in den WEW sondern auch bei den Lebenshilfe Wohngemeinschaften Eifel ,  der EuWeCo - Werkstatt für psychisch behinderte Menschen und beim euvea Freizeit- und Tagungshotel in Neuerburg.

Vielleicht bekommt Sarah  ja noch weitere freiwillige Kolleginnen und Kollegen, damit mehr junge Leute die sinnvolle Zeit nicht nur als Lebenserfahrung nutzen, sondern auch als Referenz für spätere Bewerbungen in Schule, Beruf oder Studium.

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